Im Rahmen der Projektwoche in den 8. Klassen stand am 21. Juli ein unscheinbarer grüner Koffer im Mittelpunkt – und mit ihm das wichtige Thema Cannabisprävention. Das interaktive Methodenset wurde von der ginko Stiftung für Prävention entwickelt und durch das BIÖG gefördert. Wer dabei an lange, langweilige Vorträge oder den moralischen Zeigefinger gedacht hatte, lag zum Glück falsch. Der Tag war vollgepackt mit Stationen, bei denen alle selbst mitmachen und mitreden mussten.
Besonders hängen geblieben ist bei vielen das Modul „Schadstoffraten“. Hier mussten die Schülerinnen und Schüler schätzen, welche gefährlichen Substanzen in gestrecktem Cannabis stecken können. Dass neben Sand oder Gewürzen auch extrem gesundheitsschädliche Stoffe wie Glas, Aceton oder sogar giftiges Blei im Umlauf sind, hat viele ziemlich überrascht und gezeigt, wie unberechenbar und riskant illegal erworbenes Cannabis sein kann.
Im Modul „Richtig oder Falsch?“ ging es vor allem darum, was laut Gesetz eigentlich aktuell erlaubt und was verboten ist – ein Thema, bei dem es durch die neuen Regelungen viele Fragen gab. Direkt im Anschluss folgte das „Kiffer-Quiz“, bei dem so manches Halbwissen aufflog. Die Schülerinnen und Schüler diskutierten ziemlich hitzig darüber, was stimmt und was nur Gerüchte aus dem Internet oder aus Serien sind. Knifflig wurde es auch beim Bilderrätsel: Hier mussten verschiedene Bilder und harte Fakten gematcht werden. Dabei wurde auch genau aufgeklärt, wo eigentlich die Unterschiede zwischen Haschisch und Marihuana liegen und wie die verschiedenen Inhaltsstoffe THC und CBD im Körper wirken.

Der wichtigste Teil der Projekttage war aber die Frage: Wie entsteht Sucht überhaupt? Die Klassen haben gemeinsam erarbeitet, dass es ein schleichender Prozess vom Gebrauch über den Gewohnheitskonsum und Substanzmissbrauch bis hin zur Abhängigkeit ist. Zum Schluss gab es noch ein Ideenkarussell. Dabei ging es ganz konkret darum, gute Alternativen zum Kiffen zu finden, wenn es einem mal nicht gut geht, man gestresst ist oder Frust hat. Die Jugendlichen haben hier richtig gute Vorschläge gesammelt, wie man sich stattdessen ablenken oder Unterstützung holen kann.
Die zwei Tage haben gezeigt, dass man über Suchtprävention ganz normal und ohne Tabus sprechen kann. Die Achtklässler waren mit viel Interesse dabei und haben super mitgemacht.
(T. Schmid)
